Androgenetische Alopezie bei Frauen: Meine Erfahrungen
Haarausfall ist für Frauen ein belastendes Thema. Viele Menschen, darunter leider auch viele Ärzte, sind sich jedoch nicht bewusst, dass erblich bedingter Haarausfall nicht nur Männer, sondern auch Frauen betreffen kann. Dabei ist erblich bedingter Haarausfall bei Frauen garkeine Seltenheit: bei Frauen, die an Haarausfall leiden ist in 90% der Fälle erblich bedingter Haarausfall schuld. Und 20 – 30% der Frauen leiden im Laufe ihres Lebens einmal an signifikantem Haarverlust durch erblich bedingtem Haarausfall. Oft tritt der Haarausfall erst mit der Menopause ein, bei manchen Frauen, so wie bei mir, passiert dies jedoch schon früher.
Ich bemerkte mit 23 Jahren zum ersten Mal, dass mir verstärkt Haare ausfielen. Zunächst schob ich es auf meinen damaligen Lebensstil: Ich war chronisch gestresst, da ich studierte und nebenher Teilzeit arbeitete. Zusätzlich rauchte ich, trank Alkohol, und ging jedes Wochenende feiern – kein Wunder, dass ein solcher Lebensstil irgendwann Konsequenzen mit sich bringt. Zuerst versuchte ich, den Haarausfall mit Plantur 21 Shampoo und Nahrungsergänzungsmitteln zu bekämpfen und meinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Als jedoch nach mehreren Wochen der Haarausfall nicht nachließ und meine Haare langsam spürbar dünner wurden, beschloss ich, meinen Hausarzt aufzusuchen.
Der Arzt machte einen Bluttest, und fand heraus, dass ich Eisenmangel hatte. Damit dachte er, wäre das Problem gelöst: er verschrieb mir Eisentabletten, und meinte in ungefähr zwei Monaten würde das Problem mit dem Haarausfall gelöst sein. Also begann ich Eisentabletten zu nehmen und war überzeugt, dass sich mein Zustand bald verbessern würde. Doch nach einigen Monaten hatte sich nichts verändert – der Haarausfall hielt an. Jeden Morgen fand ich Haare auf meinem Kopfkissen, und nach dem Duschen war der Abfluss voller Haare. Zudem merkte ich, dass die Haare auf meinem Kopf immer weniger wurden. Ich wurde zunehmend verzweifelt und war oft den Tränen nahe – ich denke, jede Frau kann den Schmerz, den ich empfunden habe, nachempfinden.
Ich suchte erneut den Arzt auf, diesmal eine Hautarzt. Dieser führte weitere Untersuchungen durch, einschließlich eines erneuten Bluttests. Doch alle Ergebnisse waren unauffällig; ich war, abgesehen vom Haarausfall, kerngesund. Der Arzt unterhielt sich mit mir, fand heraus, dass ich mich aktuell in einer stressigen Lebenssituation befinde, und schob den Haarausfall auf meinen Stress. Er meinte meine Haare würden von alleine wieder wachsen, sobald ich weniger Stress hätte, und wenn sich die Situation in 2-3 Monaten nicht gebessert hätte, solle ich noch einmal in Ihre Praxis kommen. Dies war der am wenigsten hilfreiche Arztbesuch.
Zwei Monate später, als der Haarausfall unvermindert weiterging, suchte ich erneut Hilfe. Diesmal ging ich zu einem Hautarzt in München, der auf Themen wie Haarausfall spezialisiert war. Nach einigen Untersuchungen, darunter auch mal wieder eine Blutuntersuchung, erhielt ich schließlich die Diagnose: erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie). Diese Diagnose kam über neun Monate nach dem ersten Auftreten meiner Symptome – neun Monate, in denen ich immer mehr Haare verloren hatte, und mehrere Ärzte besuchte. Mein Haar war zu diesem Zeitpunkt nur noch halb so dick wie früher, und der Haarausfall hielt weiter an.
Endlich hatte ich eine Diagnose, und konnte die Ursache des Haarausfalls bekämpfen. Ich begann mit Regain, Mikroneedling, und Laserbehandlung. Weitere zwei Monate später stoppte der Haarausfall, und er ist seitdem auch nicht wieder zurück gekommen. Es war eine große Erleichterung, doch meine Freude war getrübt: Mein Haar wird niemals wieder so dick werden wie früher. Denn bei erblich bedingtem Haarausfall gehen die Haarwurzeln zunächst in eine “Ruhephase” über, und sterben dann langsam ab. Wenn eine Haarwurzel einmal abgestorben ist, kann man sie nicht wieder zurück holen. Maßnahmen, wie Regain, Mikroneedling und Laserbehnadlung können nur die Haarwurzeln retten, die noch intakt sind. Daher ist es so wichtig, dass erblich bedingter Haarausfall rechtzeitig entdeckt und behandlet wird.
Ich frage mich oft, wie viel Haar ich hätte retten können, wenn die Diagnose früher gestellt worden wäre. Neun Monate sind eine lange Zeit, und in dieser Zeit ging ein erheblicher Teil meiner Haardichte verloren. Wäre ich von Anfang an richtig behandelt worden, hätte ich früher mit der Behandlung beginnen können und vielleicht mehr meines einst so dicken Haares bewahrt. Wenn ihr unter Haarausfall leidet und die Ursache nicht kennt, sucht unbedingt einen Hautarzt auf, der auf Haarausfall spezialisiert ist, und lasst euch so früh wie möglich auf erblich bedingten Haarausfall testen. Je früher die Behandlung beginnt, desto mehr Haare können gerettet werden.
Willst du wissen, wie ich meinen Haarausfall in den Griff bekommen habe? Dann klick hier!