Pflanzliche Ernährung und biologisches Alter: Was Studien zeigen
Neuere Studien legen nahe, dass pflanzliche Ernährungsweisen positive Anti-Aging Effekte haben könnten. Eine Studie von 2024 untersuchte die Kurzzeitauswirkungen einer veganen und omnivoren Ernährung auf das biologische Altern bei 21 Zwillingspaaren über acht Wochen. Die vegane Gruppe zeigte eine signifikante Verringerung der biologischen Altersbeschleunigung sowie positive Veränderungen in Entzündungs-, Herz-, Leber-, Hormon- und Stoffwechselsystemen. Zudem verlängerte sich die Telomerlänge leicht und es gab Veränderungen in Immunzellen sowie Diabetes-Risikomarkern. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine kalorienreduzierte vegane Ernährung kurzfristig das Altern verlangsamen könnte. Langfristige Auswirkungen müssen noch weiter erforscht werden. Verschieden andere Studien zeigen zudem auf, dass Menschen, die sich überwiegend pflanzlich ernähren ein geringeres Risiko für Krebs und Herz-Erkrankungen haben. Die Forschung steht hier noch relativ am Anfang, und die kausalen Zusammenhänge sind noch nicht eindeutig. Dies sind Gründe, warum eine pflanzliche Ernährung sich positiv auf unser biologisches Alter auswirken könnten.
1. Pflanzliche Lebensmittel haben eine geringere Kaloriendichte
Viele pflanzliche Lebensmittel haben eine geringere Energiedichte als tierische Produkte, was dazu führt, dass Veganer und Vegetarier oft automatisch weniger Kalorien zu sich nehmen. Und eine Kalorienreduzierte Ernährung steht im Zusammenhang mit besserer Gesundheit.
2. Antibiotika und Wachstumshormone in tierischen Lebensmitteln
Viele tierische Lebensmittel, vor allem aus der Massentierhaltung, enthalten Antibiotika und Wachstumshormone. In vielen Ländern werden in der industriellen Tierhaltung Antibiotika routinemäßig eingesetzt, um das Wachstum der Tiere zu fördern und Infektionen in den oft unhygienischen und überfüllten Ställen zu verhindern. Diese Praxis führt dazu, dass Rückstände von Antibiotika in tierischen Produkten enthalten sein können, die wir durch den Konsum aufnehmen. Zusätzlich werden in einigen Ländern Wachstumshormone eingesetzt, um das Wachstum der Tiere zu beschleunigen und die Fleischproduktion zu maximieren. Diese künstlichen Hormone können über den Verzehr von tierischen Produkten in unseren Körper gelangen und unser eigenes Hormonsystem beeinflussen. Diesen Schadstoffen entgeht man automatisch, wenn man sich pflanzlich ernährt.
3. Veganer und Vegetarier achten meist mehr auf ihre Ernährung.
Menschen, die sich pflanzlich ernähren, setzen sich in der Regel intensiver mit ihrer Ernährung auseinander, als Menschen die keine so restriktive Diät haben. Dies könnte dazu führen, dass Veganer sich gesünder ernähren als der „Durchschnittsmensch“ und daher im Schnitt gesünder sind.
4. Tierprodukte ungesund für den Menschen?
Hier ist die Ernährungswissenschaft sehr zwiegespalten. Während einige Experten – insbesondere aus dem Low-Carb-Lager – die Ansicht vertreten, dass tierische Produkte die beste Nahrungsquelle für den menschlichen Körper seien, da sich Menschen seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte von Fleisch und tierischen Erzeugnissen ernähren, sind andere der Meinung, dass bestimmte tierische Produkte nicht ideal für die menschliche Ernährung sind. Das Paradebeispiel sind Kuhmilchprodukte, welche bei ca. 75% der Weltbevölkerung und 15 -20% der Menschen in Deutschland Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen (Laktoseintoleranz). Dies führt bei vielen Ernährungswissenschaftlern und Medizinern zu der Frage, ob Kuhmilchprodukte überhaupt gesund für den Menschen sind. Auch bestimmte Fleischsorten sind möglicherweise nicht gesund. Vor allem rotes Fleisch steht schon lange im Verdacht krebserregend zu sein. Dies ist jedoch sehr umstritten, da andere Ernährungswissenschaftler unverarbeitetes rotes Fleisch, wie Rind als sehr gesund und nährstoffreich einstufen.
5. AGEs in tierischen Produkten
Wie bereits in Kapitel 2 erwähnt können wir AGEs (die Endprodukte der Glykation), welche unter anderem zu vorzeitiger Hautalterung führen, auch exogen über die Ernährung aufnehmen. Exogen werden AGEs viel durch tierische Produkte aufgenommen. Gebratenes Fleisch, wie Rindfleisch, Schweinespeck, und Hühnerfleisch hat zum Beispiel einen hohen AGE-Anteil. Durch andere Zubereitungsweisen, wie zum Beispiel dünsten und räuchern, kann man den AGE – Anteil jedoch reduzieren. Auch Wurst und Käse haben einen erhöhten AGE-Anteil. Des weiteren befindet sich auch ein erhöhter AGE – Anteil in Meeresfrüchten und Fisch, wenn diese angebraten wurden (z.B. gebraten Lach, Thunfisch, oder Shrimps). Der erhöhte Anteil von AGEs in vielen tierischen Nahrungsmitteln ist ein weiterer Grund, warum der Verzicht auf tierische Nahrungsmittel das biologische Altern verlangsamen könnte.
Egal, wie genau die kausalen Zusammenhänge aussehen – es scheint Hinweise zu geben, dass man durch den Verzicht auf tierische Produkte den Alterungsprozess verlangsamen kann. Da pflanzliche Ernährungsweisen in der Regel sehr kohlenhydratreich sind, sollten Sie, wenn Sie sich für diese Ernährungsweise entscheidet, vorwiegend auf langkettige Kohlenhydrate setzen.