UVA-Strahlen: Die stille Gefahr
UV-Strahlen sind einer der Hauptfaktoren für vorzeitige Hautalterung. Die Strahlen dringen in die Haut ein und verursachen oxidativen Stress, der Kollagen- und Elastin Fasern abbaut und zu DNA-Mutationen führt. Dies führt zu Falten, Elastizitätsverlust und einer verdickten, ungleichmäßigen Hautstruktur. Zudem können UV-Strahlen Pigmentflecken verursachen, indem sie die Melaninproduktion anregen. In einer Studie aus dem Jahr 2013 untersuchten F. Flament et al. die Auswirkungen der Sonneneinstrahlung auf die Gesichtsalterung, bekannt als Photoaging, mit faszinierenden Ergebnissen. Die durchgeführte Studie untersuchte 298 kaukasische Frauen in Montpellier, Frankreich – einer Region mit hoher Sonneneinstrahlung. Die Frauen wurden in zwei Gruppen unterteilt, je nach ihrem Verhalten gegenüber der Sonne: 157 Frauen, die bewusst die Sonne suchten (sogenannte „Sun-Seeker“, und 141 Frauen, die die Sonne vermieden (sogenannte „Sun-Phobic“). Die Untersuchung berücksichtigte Frauen mit unterschiedlichen Hauttypen (trocken, fettig oder Mischhaut) und unterschied zudem verschiedene Hautphototypen. Das Ergebnis: 80 % der Falten und Pigmentstörungen im Gesicht werden durch die Sonne verursacht. Die Studie zeigte, dass die Sonne maßgeblich für die sichtbare Hautalterung verantwortlich ist. Zudem haben unzählige Zwillingsstudien ergeben, dass bei Zwillingspaaren, bei dem ein Zwilling häufiger der Sonne ausgesetzt ist als der andere, der Zwilling, der sich häufiger ungeschützt der Sonne ausgesetzt hat, auf Dauer signifikant mehr Zeichen der Hautalterung im Gesicht aufweist als der Zwilling, der sich vor Sonnenstrahlen mehr geschützt hat.
Die Sonne sendet zwei Arten von UV-Strahlen aus, die unsere Haut erreichen: UVA (Ultraviolett A) und UVB (Ultraviolett B). Beide können der Haut Schaden zufügen, jedoch auf unterschiedliche Weise. Damit Sie sich immer effektiv vor der Sonne schützen können, ist es essenziell, die Unterschiede zwischen UVA- und UVB-Strahlung sowie deren Auswirkungen auf die Haut zu kennen.
UVB-Strahlung
UVB-Strahlung hat eine Wellenlänge von 290 bis 320 nm und umfasst damit ein wesentlich kleineres Spektrum als UVA-Strahlung. Obwohl UVB-Strahlen nicht so tief in die Haut eindringen und nicht überall in gleicher Intensität vorkommen wie UVA-Strahlen, sind sie dennoch äußerst kraftvoll. Sie sind die Hauptursache für Sonnenbrand sowie sichtbare Hautveränderungen wie Pigmentflecken und Rötungen. Im Gegensatz zu UVA-Strahlen schwankt die Intensität der UVB-Strahlung stark in Abhängigkeit von geografischer Lage, Tageszeit und Jahreszeit. In der nördlichen Hemisphäre erreicht die UVB-Strahlung zwischen April und Oktober ihre höchste Intensität, insbesondere zwischen 10:00 und 16:00 Uhr, wenn die Sonne am höchsten steht. UVB-Strahlen sind zwar ganzjährig vorhanden, treten jedoch in sonnigeren Regionen deutlich intensiver auf. Es gilt die Faustregel, dass, sobald der eigene Schatten größer ist als man selbst, keine Gefahr mehr von der UVB-Strahlung besteht. In höheren Lagen ist die UVB-Strahlung intensiver als in tieferen Gebieten, weshalb ein konsequenter Sonnenschutz beim Skifahren oder Bergsteigen essenziell ist.
UVA-Strahlung: Die stille Gefahr
UVA-Strahlung, auch als langwellige UV-Strahlung bekannt, macht rund 95 % der ultravioletten Strahlen aus, die auf unsere Haut treffen. Sie sind das ganze Jahr über und zu jeder Tageszeit vorhanden – selbst bei bewölktem Himmel oder wenn die Sonne nicht sichtbar ist. Wann immer Tageslicht vorhanden ist, sind auch UVA-Strahlen präsent. Oft sind wir eher darauf fokussiert uns vor UVB-Strahlung zu schützen, da diese Strahlung den Sonnenbrand verursacht. Tatsächlich ist es aber mindestens genauso wichtig sich vor UVA-Strahlung zu schützen. UVA-Strahlen gelten als „stille Gefahr“, denn im Gegensatz zu UVB-Strahlen verursachen sie keine sofort spürbaren Schäden wie Sonnenbrand. Sie sorgen zwar für eine Bräunung der Haut, doch da dieser Prozess schmerzfrei verläuft, wird er oft unterschätzt. Dabei dringt UVA-Strahlung tief in die Haut ein und schädigt jede Hautschicht, was langfristig zu erheblichen Folgen führt. Da UVA-Strahlen tiefer in die Haut vordringen als UVB-Strahlen, zerstören sie essenzielle Bestandteile der Haut, die für ihre Festigkeit und Elastizität verantwortlich sind. Dies trägt maßgeblich zur Entstehung von Falten bei und ist eine der Hauptursachen für Hautalterung sowie ein bedeutender Faktor bei der Entwicklung verschiedener Hautkrebsarten. Ein wesentlicher Unterschied zwischen beiden UV-Strahlenarten ist, dass UVA-Strahlen Glas durchdringen können, während UVB-Strahlen daran gehindert werden. Ohne spezielle UVA-Schutzbeschichtungen sind Fensterscheiben in Wohnungen oder Autos kein Hindernis für diese Strahlung.
Ein beindruckendes Beispiel für den Einfluss von UVA-Strahlung auf die Hautalterung ist der US-amerikanische Lkw-Fahrer Bill McElligott, der jahrzehntelang während der Arbeit hauptsächlich Sonnenstrahlung auf die linke Gesichtshälfte, durch die LKW-Scheibe hindurch, abbekam. Daher wirkte diese deutlich älter – mit tieferen Falten und stärkerer Hautschädigung als die rechte Seite.

Schutz vor UVA-Strahlen
Der Schutz vor UVA-Strahlen ist also auch in Innenräumen wichtig. Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen UVA und UVB-Strahlung ist, das UVA-Strahlung auch bei niedrigem, oder nicht vorhandenem UV-Index präsent ist. Auch wenn der UV-Index in unserer Wetter-App oder im Wetterbericht bei 0 liegt, ist man nicht vollständig vor den negativen Auswirkungen der UVA-Strahlung geschützt. Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass bei einem UV-Index unter 3 kein Sonnenschutz erforderlich sei. Denn selbst die WHO und viele Wetter-Apps geben an, dass erst ab einem UV-Index von 3 eine gesundheitliche Gefahr durch Sonnenstrahlung besteht. Allerdings misst der UV-Index ausschließlich UVB-Strahlung und nicht UVA-Strahlung. Wie oben bereits beschrieben, ist UVA-Strahlung immer vorhanden, solange Tageslicht vorhanden ist. Daher ist es wichtig, auch im Winter und an Tagen mit niedrigem UV-Index, sich vor der Sonne zu schützen. Beim Kauf einer Sonnencreme ist es zudem wichtig darauf zu achten, dass diese nicht nur vor UVB, sondern auch vor UVA-Strahlung schützt. Achtet daher beim Kauf der Sonnencreme auf ein UVA-Zeichen in einem Kreis. Dieses Symbol bedeutet, dass die UVA-Schutzwirkung mindestens ein Drittel der UVB-Schutzwirkung beträgt.
